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Erlebnisse & Berichte
Im Laufe der Jahre haben wir natürlich die ein oder andere
Geschichte mit unserem Welsh Terrier erlebt und möchten an dieser Stelle
zwei Berichte vorstellen, die in der offiziellen Verbandszeitschrift des KFT
erschienen sind. In der ersten Story berichten wir über Xmas ersten Flug
nach Mallorca und die damit verbundenen Erfahrungen und Erlebnisse. 'Xmas
Goes Palma' ist der Titel. der ebenfalls für die Verbandszeitschrift des KFT
'Der Terrier' geschrieben wurde. Die zweite Welsh Story handelt von unserem
ersten Welsh Terrier Ascott of True Love und davon wie wir überhaupt diese
Rasse kennen und lieben gelernt haben.
Xmas Goes Palma
Ein Welsh Terrier auf Mallorca
Ein Bericht für die Verbandszeitschrift des KFT 'Der Terrier' von Ulrich
Pokorra
erschienen in der Weihnachtsausgabe 93.Jahrgang 12/2000 S.43 ff.
Nach einem
Kurzurlaub auf der Finca Predio Son Serra bei Muro/Mallorca über die
Osterfeiertage stand für uns die Planung für die Sommerferien an. Aus
den gewonnenen Eindrücken und Erfahrungen war das Ziel der
diesjährigen Urlaubsreise schnell und einstimmig gefasst. Es geht auf
die Finca, die ich nun schon kannte, nicht mehr allein, sondern mit
unserem Welshie Xmas von der Hohen Flur. 'Xmas goes Palma' war dann
unser weiterer Arbeitstitel.
Wie nun
nehmen wir denn Xmas mit, war die erste sorgenvolle Frage. Tiere darf
man ja schließlich auch in die Kabine nehmen. "Das ist kein Problem",
sagte Frauchen, "wir stecken Xmas in eine Tasche, und ich werde
diese auch schon tragen". Zur Demonstration wurde auch sofort eine
Tasche herangeholt und Xmas zur Probe hineingestellt. So richtig
befriedigend sah das Ergebnis aber nicht gerade aus. "Ich glaube,
die Tasche muss auch mit dem Reisverschluss zugezogen werden, es gibt da
auch Spezialtaschen, hab ich schon mal gesehen, und der Hund darf nur 5
kg wiegen, um in die Kabine zu kommen, wandte ich mit sorgenvoller
Miene ein. Frauchen merkte mein Unbehagen. "Die sollen sich bloß
nicht so anstellen, Xmas kommt doch wohl nicht zu den Koffern!?" "Auf
jeden Fall müssen wir erst ein Mal für Xmas einen Platz auf dem Flug
buchen", versuchte ich die Situation ein wenig zu entschärfen,
derweil Frauchen immer wieder versuchte, Xmas mit der Tasche durch das
Wohnzimmer zu tragen und versicherte, dass sie überhaupt nicht schwer
sei (9 kg), und sie gern auch bereit wäre, einen Teil ihres Sitzes zu
opfern. Hätte man all diese selbstverzehrenden und aufopferungsvollen
Beteuerungen und dieses unermüdliche Probetragen dem
Bundespräsidialamt zugeleitet, Frauchen wäre dem Bundesverdienstkreuz
sicherlich ein ganzes Stück näher gerückt.
Um
es kurz zu machen: mit der Zeit freundete sich auch Frauchen mit dem
Hinweis auf die Sicherheitsvorschriften, den Vorzügen der doch
großzügig geschnittenen Hundebox, die wir ja schließlich auch für
Ausstellungszwecke stets verwandt haben, dem Zugeständnis auch Xmas
Schmusedecke, ihr Spielzeug und ein von mir getragenes Kleidungsstück
in die Box zu packen und dass sie ja im Frachtraum auch noch mit anderen
Artgenossenen ihr Schicksal teilt, damit an, von ihrem ersten Vorhaben
abzulassen. Der Tag der Abreise kam, alles war gut vorbereitet, und eine
vom Tierarzt besorgte Beruhigungspille lag auch bereit.

Dies war wie sich
später herausstellte unser größter Fehler bei der doch so wohldurchdachten Reiseplanung. Die Pille war dosiert für einen 12 kg
Hund, also sollte eine halbe wohl aus- reichend sein, dachten wir. Mit
einem Leckerchen war sie auch schnell verabreicht, doch ebenso schnell
wurden wir von der Wirkung überrascht. Binnen drei Minuten sackte Xmas
in sich zusammen, konnte nicht mehr aufstehen und Ihre Kulleraugen
verloren auch ihre Klarheit. Eine Szene wie man sie von Tierfilmen
kennt, wo ein Betäubungsgewehr zum Einsatz kam. Ich möchte damit
keinem das Fürchten lehren, doch Angst und Bange wurde uns ob solcher
Wirkung schon, und ich möchte bereits an dieser Stelle aus Erfahrung
eindringlich davor warnen, solche Beruhigungsmittel einzusetzen. Dies
ist völlig unnötig wie es uns der Rückflug bestätigte. Da kam uns
nämlich ein fröhlicher Welshie aus der Box entgegengekrabbelt, der
gleich wieder zum Spielen aufgelegt war. Die Benommenheit begleitet von
Ataxien in den Hinterläufen dauerte bis zum Abend (14 Stunden nach
Einnahme). Das ist ein bisschen Flugangst nicht wert !!
Um so
schöner unser Aufenthalt auf der Finca in Mallorca. Eine Finca, ist das
nicht ein alter Bauernhof irgendwo abseits im Niemandsland werden sie
fragen. Nein sicherlich werden diese Höfe auch so genannt, doch gibt es
diesbezüglich herrliche Schmuckstücke, die zu Landhäusern ausgebaut
wurden und jeglichen Komfort bis hin zur Luxusklasse bieten. Gemein ist
ihnen eine historische Fassade und eine Einrichtung mit herrlichen
Antiquitäten und Bildern und eine exponierte Lage mit
außergewöhnlichen Naturanlagen um das Haupthaus. Auch ein Swimmingpool
gehört zum Standard, ebenso wie Klimaanlagen, Bar und Speisezimmer, nur
edler, schöner und komfortabler als vergleichbare Hotels am Strand
umgeben mit viel Flair.

Die Finca
Predio Son Serra z.B. war früher zunächst eine Klosterschule, danach
das Jagdhaus für größere Gesellschaften der Familie Mesquida und
gehört heute zur Klasse der Landtourismo Fincas, Tourismo Rural, was
einer vier Sterne Hotelklasse entspricht und ist unter deutscher
Leitung. Sie liegt ca. 5 km von Can Picafort, der Playa del Muro und von
Alcudia entfernt und grenzt an das Naturschutzgebiet Albufeira. Eine
ideale Drehscheibe für Ausflüge in jede Himmelsrichtung als auch für
einen schnellen Abstecher zu den zahlreichen Badebuchten in der
unmittelbaren Nähe. Man kann sich daran gewöhnen !!
Das
hat sich natürlich auch Xmas gesagt und ihren Urlaub dort voll
genossen. Herrliche Streifzüge durch die 7,5 ha große mit Palmen
bewachsene Parkanlage, einen Abstecher zum 15 x 15 m großen Pool mit
und ohne Herrchen oder Frauchen, ja, das hatte was. Abenteuer pur, ohne
Leine, Spaß garantiert. Wenn Herrchen mal keine Zeit für Xmas übrig
zu haben schien, dann gab es ja noch genug Kinder, mit denen man Fangen
oder Ballspielen konnte, Stöckchenwerfen inklusive. Kurzum, wo Xmas
war, war auch der Mittelpunkt der Erde. Die vermeintlich störende Hitze
auf Mallorca hat Xmas ganz auf ihre Weise interpretiert. Suchten wir ein
lauschiges, schattiges Plätzchen unter den vielen Palmen, so genoss die
Lady zunächst einmal ein intensives Sonnenbad bevor man sich dann zu uns
gesellte. Auch eine Abkühlung im Pool in regelmäßigen Abständen
sorgte sowohl für die heißen Pfötchen, aber auch für den Body für
eine angenehme Erfrischung. Danach wurde dann die 'Englische Jacke'
sorgfältig getrocknet, einschließlich Fellpflege.

Die
Ausflugsprogramme wie Tropfsteinhöhle in Campanet, Burgbesichtigung in
Arta, Stadtbummel durch die Altstadt in Palma, für Xmas alles völlig
problemlos. Wichtig war uns nur, dass sie immer zwischendurch etwas zu
Trinken bekam. Gekühltes aqua minerale sin gas gabs ja überall zu
kaufen. Auch Restaurantbesuche waren in keinster Weise ein Hindernis.
Die Erfahrung zeigte, dass je nobler das Restaurant auch auf den
Golfplätzen, um so besser war die Fürsorge für Xmas. Selbst Herrchen
musste mal warten bis auch er bewirtet wurde. Der Hund ging vor!
Bisweilen kam uns dies schon recht spanisch vor!
Fast
schon überflüssig zu erwähnen, dass Xmas viele Freundschaften
geschlossen und auch einige Herzen gebrochen bzw. aufgetaut hatte.
Franziska, die spanische Köchin, hat es ihr besonders angetan. Welch
Wunder!? Hatte sie doch nicht nur immer wieder Zeit für ein
freundliches mallorquinisches Wort, sondern auch ab und an ein
Leckerchen für die kleine Welshlady.
So
endet nun der dreiwöchige Streifzug durch die Insel. Für uns als auch
für Xmas ein insgesamt gelungenes Experiment, sieht man von der kleinen
Katastrophe zu Beginn einmal ab. Der Abschied ist gleichsam der Beginn
der Wiederkehr, sagt ein Sprichwort. Für Xmas und uns ganz bestimmt.
Unseren Welshiefreunden können wir nur sagen:
"Wenn ihr das Paradies ertragen könnt, dann kommt mit Eurem Liebling auf die
Insel."
Wer
noch mehr über Xmas und unsere Abenteuer lesen und sehen will, dem
empfehlen wir, einmal unsere mehrfach prämierte Homepage Welsh Terrier
Xmas zu besuchen.
Adios
und hasta luego

Ulrich Pokorra und Xmas
August 2000
Story 2
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